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Alarmübung | Gefahrguteinsatz an der Woltmühle
 
Datum: 07.10.2010 | 17:08
Einsatzart:Übung
Einsatzort:Coppenbrügge - Kläranlage (Woltmühle)
Kräfte:1/41
Ortswehr(en):FF Bisperode FF Coppenbrügge FF Marienau
 
 

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Michael Bolte | Gem. Pressewart:
Zu dieser Alarmierung war vom Meldeempfänger folgende Information abzulesen:

„Woltmühle - Kläranlage Coppenbrügge – Gefahrguteinsatz.
Es läuft Gefahrgut aus, 2 Personen verletzt“

Alarmiert wurden hierzu die Ortswehren Coppenbrügge (HTLF, LF, ELW) und Marienau (TSF) sowie Einsatzkräfte des ABC-Zuges Marienau (darunter GW Dekon).

Senario (ausgearbeitet vom Gemeindeausbildungsleiter Hagen Bruns):
- Auf der Kläranlage befinden sich zum Zeitpunkt des Unglückgeschehens drei Personen.
- Zwei der anwesenden Personen sind Angestellte der Kläranlage. Die dritte Person ein Arbeiter einer Fremdfirma.
- Einer der Angestellten der Anlage verletzt sich bei der Durchführung von Wartungsarbeiten in einem Schacht (s. Foto). Er ist ansprechbar, kann sich aber aufgrund seiner Verletzung nicht selbstständig aus dem Schacht befreien.
- Der Angestellte der Fremdfirma nimmt eine Lieferung mit Chemikalien von einem Zulieferer entgegen. Diese Lieferung will er in das Labor, welches sich im Hauptgebäude der Anlage befindet, verbringen. Auf dem Weg dorthin stellt er fest, dass ein Behältniss beschädigt ist. Eine Flüssigkeit ergießt sich über sein linkes Bein und seinen linken Unterarm. Apprupt läßt er den Karton mit chemikaliengefüllten Behältnissen im Bereich vor der Eingangstür des Hauptgebäudes fallen und begibt sich in das Labor. Beim Versuch sich die ätzende Flüssigkeit mit Wasser von Haut und Kleidung zu entfernen, kommt es zu einer chemischen Reaktion. Aufgrund der dabei entstehenden Gase fällt diese kontaminierte Person in Ohnmacht.
- Die dritte Person bleibt vorerst unverletzt und setzt einen Notruf ab.

Einsatzgeschehen:
Zwei Minuten nach der Alarmierung meldet sich als erstes 50/22 zur Erfragung der Einsatzstelle bei der KRL. Als erstes Fahrzeug traf das HTLF Coppenbrügge, mit dem Einsatzleiter Thomas Küllig (Bereitschaftsführer KfwBereitOst), auf der Kläranlage ein.
Für den Einsatzleiter galt es nun das oben beschriebene Senario nach der bekannten „GAMS-Regel“ abzuarbeiten.
Offensichtlich zu erkennen waren mehrere umgestürzte Behälter (Foto) mit unbekannten Inhalt vor der Eingangstür des Hauptgebäudes.
Das es sich hierbei um Chemikalien handeln mußte, war durch die Aufkleber erkennbar.
Die Befragung des Angestellten (hatte Notruf abgesetzt), welche Stoffe sich in den umgestürzten Behältnissen befinden, konnte dieser nicht beantworten.
Die Gefahstelle wurde unverzüglich abgesperrt. Ein Angriffstrupp rüstete sich mit schwerem Atemschutz aus, um nach der verletzten Person im Hauptgebäude der Anlage zu suchen (Foto). In kurzen Abständen rückten alle letztendlich beteligten Einsatzkräfte nach. Eine Wasserversorgung wurde vom HTLF aus aufgebaut. Zur Niederschlagung von Dämpfen wurde ein Hydroschild mittels eines HSR's in Stellung gebracht (Foto). Nachdem der Angriffstrupp die ohnmächtige Person mit Verätzungen an Arm und Bein im Labor aufgefunden hatte, setzte der Angriffstruppführer eine Lagemeldung ab. Ein weiter Trupp rüstete sich daraufhin mit CSA aus, um die ohnmächtige Person unter zur Hilfenahme einer Trage zu retten. Parallel begibt sich ein weiterer mit Atemschutz ausgerüstet und einer Feuerwehrleine gesicherter Trupp in den Schacht, um die zweite verletzte Person unter zur Hilfenahme eines Rettungsbrettes aus ihrer misslichen Situation zu befreien.
Entgegen der Windrichtung, auf einem Zufahrtsweg ausserhalb der Kläranlage wird unterdessen die Dekonstation von der Besatzung des GW-Dekon aufgebaut.
Zusätzlich mußte dann auch noch die dritte Person, die ursprünglich den Notruf abgesetzt hatte und zunächst für Fragen zur Verfügung stand, an den Rettungsdienst übergeben werden. Diese Person fiel wahrscheinlich auf Grund der hohen psychischen Belastung in Ohnmacht.
Um eine schnellere Erreichbarkeit der Dekonstation zu gewährleisten, wurde die Verschlußkette eines Tores der Kläranlage mittels eines Bolzenschneiders geöffnet (Foto).
Gegen ca. 18:30 Uhr war die Übung beendet.
Vor der abschließenden Manöverkritik gab es vom Gemeindeausbildungsleiter Hagen Bruns noch wertvolle Hinweise zum Umgang mit chemischen Gefahrstoffen und eine Demonstration zu einer chemischen Reaktion (Foto).

 
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