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Übung | Desinfektionsschleuse in Hohnsen
 
Datum: 07.05.2011 | 09:00
Einsatzort:Hohnsen - Hähnchenmastbetrieb
Kräfte:1/15
 
 

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Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont (Jörg Grabandt | 08.05.2011):
Am Samstag, 07.05.2011 wurde der ABC-Zug gegen 09:00 Uhr über Meldeempfänger nach Hohnsen alarmiert. In der Übungsannahme sollte dort in einem Hähnchenmastbetrieb eine Tierseuche ausgebrochen sein. Der Kreisveterinär Dr. Peter Bolten hatte daraufhin die Feuerwehr um Amtshilfe bei der Desinfektion der Fahrzeuge, die den betroffenen Hof verlassen, gebeten.
Der Landkreis hat zwei Desinfektionsschleusen angeschafft, die im Katastrophenschutz-Zentrum in Marienau lagern. „Desinfektion und Dekontamination liegen sehr eng beeinander; daher hat der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont diese Aufgabe mit übernommen“ erklärte Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke. „Zudem kann die Feuerwehr gut und schnell mit Wasser umgehen und ist im umluftunabhängigen Eigenschutz (Atemschutz / Vollschutz) gut ausgebildet“, ergänzte der Bereitschaftsführer Volker Winkelhake.

In der Zufahrt zu den Stallungen wurde eine dieser Schleusen aufgebaut. Sie besteht aus drei Stufen.

In der ersten Stufe werden die Räder des zu desinfizierenden Fahrzeuges mit einem handelsüblichen Hochdruckreiniger von grobem Schmutz und Fremdkörpern, die die Schleuse beschädigen könnten, gereinigt.

In der zweiten Stufe wird das komplette Fahrzeug langsam durch einen Torbogen gefahren, der aus allen Richtungen die Desinfektionslösung auf und unter das Fahrzeug sprüht. Die Konzentration der Desinfektionslösung in dem 1000-Liter-Tank wird dabei vorher vom Kreisveterinär festgelegt. Der Torbogen steht in einer provisorischen Wanne, die aus einer Folie und einem im Quadrat ausgelegten B-Schlauch besteht. Die kontaminierte Desinfektionslösung wird mit einer Schmutzwasserpumpe in einen weiteren 1000-Liter-Behälter gepumpt.

Die Bedienmannschaft der zweiten Stufe trägt Atemschutz (Filter oder PA nach Lage) und einen feuchtigkeitsbeständigen Einmalanzug um sich vor dem Sprühnebel des kontaminierten Wassers zu schützen.

In der dritten Stufe werden dann die für die Sprühdüsen des Torbogens nicht zu erreichenden Stellen des Fahrzeugs wie z.B. Radkästen oder Achsen mit Handsprühgeräten nachgearbeitet.

Das Fahrzeug muss nach der Behandlung noch für eine bestimmte Zeit stehen bleiben und die Desinfektionslösung einwirken lassen, bevor eine Teilnahme am Straßenverkehr durch den Kreisveterinär wieder freigegeben wird.

Die 15 Mitglieder des ABC-Zuges konnten die komplette Schleuse nach etwa zwei Stunden einsatzbereit melden. Trotz widriger Umstände wie einer engen Straße mit Gefälle wurde die Aufgabe gelöst. Im Ernstfall wäre jedoch die Hauptstraße oberhalb des Hähnchenmastbetriebes gesperrt worden, da hier eine ebene Fläche und genügend Platz zum Aufbau der drei Stationen gegeben wäre.

Zum Testen der Funktionsfähigkeit hatten sich einige Helfer der THW-Ortsgruppe Hameln mit zwei großen LKW eingefunden, die von den Kameraden des ABC-Zuges unter der Aufsicht von Kreisveterinär Dr. Peter Bolten desinfiziert wurden.

Zum Abschluß der Übung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden über den schnellen Aufbau und den reibungslosen Ablauf beim Betrieb der Desinfektionsschleuse. Über Verfeinerungen des Konzeptes (z.B. Anschaffung eines weiteren Hochdruckreinigers zur Beschleunigung des Vorganges) wird intern nachgedacht.

Nach der Rückkehr zum Standort wurden die Einsatzkräfte noch von der Versorgungsgruppe mit gegrillten Würstchen und Steaks zu ein paar kühlen Getränken versorgt.

 
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